Erfahrungsbericht des Hegerings Hatten

15. 07. 2020

im Herbst letzten Jahres (2019) sind wir, der Hegering Hatten, auf die Idee gekommen, uns eine Drohne für die Wildtierrettung während der Mahd zuzulegen.

Bis dahin hatten wir noch wenig bis keine Erfahrung, wie das Drohnenfliegen funktioniert und wie man mit Hilfe der Drohen Jungtiere aufspürt.

Durch einen bekannten Mitjäger aus dem Kreis Hude konnten wir unsere ersten Erfahrungen sammeln. Uns wurde in einer kleinen Vorführung gezeigt, wie man die Drohne fliegt, wie man mit Hilfe der Drohne die Jungtiere aufspürt und letztendlich wie man die Jungtiere rettet.

Wir waren sofort begeistert und uns einig, dass wir (Hegering Hatten) uns in unserem Hegering auch eine Drohne für die Wildtierrettung anschaffen wollen.

Wir informierten uns somit über die Drohne (Yuneec H520) und einer für das Aufspüren notwendigen Wärmebildkamera (Yuneec E10T), jedoch wurde uns schnell bewusst, dass das benötigte Equipment, sowie Folgekosten sehr kostspielig sind.

In der Folgezeit konnten wir schnell einige Sponsoren finden, die die Wildtierrettung unterstützen wollten. Einen großen Teil der erhaltenen Spenden erhielten wir von der Bingo-Umweltstiftung- Niedersachen, für die wir sehr dankbar sind.

Anfang dieses Jahres war es dann soweit, wir erhielten unsere Drohne und begannen sofort mit unserem 13 köpfigen Drohnenteam, welches aus Jäger/innen des Hegering Hatten besteht, die ersten Übungsstunden durchzuführen. Anfang Mai waren wir nach ausreichendem Training breit mit der Wildtierrettung zu starten.

Am 05.Mai war es dann soweit und wir hatten unseren ersten Einsatz. Wir trafen uns mit unserem Team um 5 Uhr morgens bei dem zuständigen Landwirt. Nach und nach sind wir die jeweiligen Flächen abgeflogen. Dabei wird die Fläche, die abgeflogen werden soll, direkt in der Fernsteuerung der Drohne eingegeben. Anschließend fliegt die Drohne die Fläche von alleine ab. Dabei fliegt Sie in ca. 40m Höhe und mit einer Geschwindigkeit von 5m/s. Neben dem Bildschirm auf der Fernsteuerung haben wir noch einen zweiten Monitor, welcher ebenfalls das Bild der Wärmebildkamera zeigt, denn bekannter weise sehen vier Augen mehr als zwei. Sobald ein Wärmepunkt auf den Monitoren zu sehen ist, schicken wir unsere Helfer los, um zu überprüfen, ob es sich dabei um ein Rehkitz oder ein anderes Jungtier handelt. Per Funkgeräte sind wir bei allen Einsätzen mit den Helfern in Kontakt. Handelt es sich tatsächlich um ein Rehkitz, so wird dieses vorsichtig mit Handschuhen und einem großen Büschel Gras in ein einen Korb gelegt. Dieser wird dann an die Seite des Feldes gebracht und so fixiert, dass sich das Kitz nicht von alleine befreien kann. Nachdem der Landwirt das Feld abgemäht hat, lässt er das Kitz wieder frei. Durch die ständigen Rufe des Kitzes nach seiner Mutter finden sich die Beiden in kürzester Zeit wieder, welches wir durch das Feedback der Landwirte bestätigen können.

Bereits nach dem ersten Einsatz konnten wir unseren ersten Erfolg vermerken. Wir hatten tatsächlich ein Kitz gefunden und dies vor dem sicheren Mähtod bewahrt.

 

Unsere Motivation war groß, um gleich am nächsten Tag unseren nächsten Einsatz zu fliegen.

Nach den ersten Einsätzen konnten wir sehr viele neue Erfahrungen sammeln und waren von der Drohne begeistert. Durch diese Erfahrungen konnten wir auch unsere Effizienz steigern, um somit täglich noch mehr Fläche abzufliegen.

Das wichtigste dabei ist tatsächlich das frühe Aufstehen, da morgens der Temperaturunterschied am höchsten ist. Sobald es Hell ist, sind wir draußen im Einsatz. Ende Mai haben wir unsere Einsätze schon um 4 Uhr morgens begonnen.

Insgesamt konnten wir, Dank unserem sehr gut eingespielten Drohnenteam, bis zum 30.Mai bereits 56 Rehkitze vor dem Mähtod bewahren. Ebenfalls haben wir einige Junghasen gefunden, sowie diverse Gelege von Fasanhennen. Durch die Steigerung unserer Effizienz haben wir in unserem Einsatzgebiet (Gemeinde Hatten) ca. 580ha Grünfläche abgeflogen.