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Jungwild- und Rehkitzrettung in Weddelbrook und Umgebung

30. 06. 2020

Der Anfang

Ende 2019 formte sich eine Gruppe von Jägern und Nichtjägern aus Weddelbrook. Gemeinsam beschlossen wir, mithilfe einer Drohne, etwas gegen den Mähtod zu unternehmen. Es sollte ein Verein gegründet werden. Die für April angesetzte Gründungsversammlung musste leider abgesagt werden. Zum Glück hatte sich jemand bereit erklärt, die Drohne privat vorzufinanzieren.

 

Die eingesetzte Technik

Wir haben uns für eine Mavic 2 Zoom von DJI mit einer Flir Vue Pro R 640 (13 mm) entschieden. Die Mavic 2 Zoom überzeugte mit ihrer Kompaktheit und ihrer einfachen Bedienung. Die Flir Vue wurde mit einem stabilisierten Gimbal an der Mavic befestigt. Das Gimbal sorgt auch bei Wind für ein ruhiges Bild. Die Radiometrie der Wärmebildkamera sorgte dafür, dass uns der wärmste Punkt und dessen Temperatur auf dem Bildschirm angezeigt wurden. Dies half besonders bei Flächen mit kahlen Stellen und Maulwurfshügeln. Geflogen wurde auf 60 Metern Höhe. Die eingesetzte Kombination funktionierte an allen Tagen der Saison sehr gut.

 

Die Suche

Am Vortag wurden die Flächen in die die DJI Ground Station Pro App eingegeben. Abhängig von der Anzahl der Flächen und deren Größe starteten wir zwischen 4 und 6 Uhr. Wir waren mit drei bis sieben Leuten unterwegs. Eine Person überwacht die Drohne und eine zweite überwacht das Wärmebild. Die restlichen Helfer bildeten eine Reihe im Feld. Die Drohne flog das Feld in Bahnen ab. Wenn die Wärmebildkamera etwas anzeigte, wurden die Helfer per Funk zu den warmen Punkten gelotst. Die gefundenen Kitze wurden in Kartons gesichert und an den Feldrand gestellt.

 

Die Saison

Als wir unser Projekt den Landwirten und der Jägerschaft vorstellten, sicherten uns diese sofort ihre finanzielle Unterstützung zu. Somit konnten wir am 19. April in die Saison starten. Die meisten der abgesuchten Flächen lagen in Weddelbrook, aber auch Flächen in den Nachbargemeinden flogen wir ab. An 23 Einsatztagen flogen wir insgesamt 580 Hektar Grünland, aber auch Grünschnittroggen ab. An manchen Tagen flogen wir über 20 Wiesen ab. Die Flächengrößen waren 1-15 Hektar. Pro Tag schafften wir bis zu 70 Hektar. In diesem Jahr fanden wir 53 Rehkitze, vier Junghasen und ein Entengelege.
 

Erfahrungen

Wir sammelten einige Erfahrungen während der Einsätze. Zum Beispiel fanden wir am Ende der Saison ein Rehkitz, welches schon ziemlich groß war. Mit Mühe fingen wir es und setzten es in ein nahegelegenes Feld. Wir dachten, es sei zu groß genug, dass es nicht in den Karton muss. Eine Stunde später wurde die Wiese gemäht und leider lag auch das Rehkitz wieder in der Wiese. Es war das Rehkitz, welches wir auch schon 15 Tage vorher gefunden hatten. Eine weitere Erfahrung brachte uns der Einsatz der Kartons. Es stellte sich heraus, dass diese ziemlich schnell aufweichen und somit unbrauchbar werden. Zudem ist es auch aufwendig die Kartons zu verschließen, sodass keine Rehkitze ausbrechen können. Um dieses Problem zu beheben, wird bald die Gründungsversammlung nachgeholt und Hundetransportboxen durch den Verein beschafft.

 

Landwirte aus der Nähe können uns unter erreichen.

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: Jungwild- und Rehkitzrettung in Weddelbrook und Umgebung

Fotoserien zu der Meldung


Eindrücke von der Kitzrettung in Weddelbrook (07. 07. 2020)

Thole Zeh berichtet über die Drohneneinsätze.

Fotos: Thole Zeeh